{"id":164,"date":"2011-10-07T07:30:16","date_gmt":"2011-10-07T07:30:16","guid":{"rendered":"http:\/\/tuchacek.net\/?p=164"},"modified":"2019-12-03T08:58:45","modified_gmt":"2019-12-03T08:58:45","slug":"temporaere-praesenzen-freie-energien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tuchacek.net\/en\/temporaere-praesenzen-freie-energien\/","title":{"rendered":"freie energien &#8211; temporaere praesenzen"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>temporaere praesenzen \u2013 Freie Energien<\/strong> 1 Oktober 2011 <a href=\"http:\/\/www.shedhalle.ch\/de\/ausstellungen\/unter-strom-kunst-und-elektrizitaet\">Shedhalle Z\u00fcrich, unter Strom<\/a><\/em><\/p>\n<p><em> dialogische Audio-Installation<\/em><\/p>\n<p><strong>Call: +41 325114980<\/strong><\/p>\n<p><audio src=\"https:\/\/tuchacek.net\/~alex\/temporaerepraesenzen-shed-mp3\/allezusamme_mitansagen.mp3\" autoplay=\"autoplay\" controls=\"controls\">HTML5 audio not supported<\/audio><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/tuchacek.net\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/x.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-175\" title=\"x\" src=\"http:\/\/tuchacek.net\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/x.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201cTempor\u00e4re Pr\u00e4senzen \u2013 Freie Energien\u201d ist ein diskursives dialogisches Format, das als partizipative Aktion zur Er\u00f6ffnung der Ausstellung \u201cUnter Strom. Kunst und Elektrizit\u00e4t\u201d in der Shedhalle Z\u00fcrich durchgef\u00fchrt und w\u00e4hrend der Ausstellung als Audioinstallation vermittelt wird. In dem Kunstprojekt geht es um eine Art der exoakademischen Wissensgenerierung, die sich aus individuellen Zweier-Gespr\u00e4chen der TeilnehmerInnen ergibt. Mittels eines vom K\u00fcnstler programmierten und installierten autonomen Mobilfunknetzes werden w\u00e4hrend der Er\u00f6ffnung Gespr\u00e4che zwischen eingeladenen TeilnehmerInnen und dem Publikum gef\u00fchrt. Die Eingeladenen sind Menschen aus unterschiedlichen Bereichen von Wissen und Schaffen, Denken und Tun, Argumentieren und Experimentieren zum Thema Elektrizit\u00e4t und freier Energie. Im Ausstellungs\u00adraum befinden sich circa 50 vorbereitete Fragekarten wie z.B. \u201cVor wem verbeugt sich das Elektron?\u201d mit entsprechenden Telefonnummern. Die privaten Zweier-Gespr\u00e4chen werden aufgezeichnet und bilden so ein Archiv, das sich aus der Vielfalt der gef\u00fchrten Gespr\u00e4che des Abends zusammensetzt.<\/p>\n<p>Nach der Aktion und in der Ausstellung steht eine \u00f6ffentliche Telefonnummer bereit, um sich ins Archiv einzuw\u00e4hlen und den Gespr\u00e4chen zuzuh\u00f6ren. Inhalt der Gespr\u00e4chschoreografie ist eine Sichtweise auf elektrischen Strom und Energie, die sich nicht in in erster Linie aus einem physikalischem Blickwinkel und einer technischen Wirkungsweise erschliesst, sondern Fragen nach Energie und Strom als etwas medial Konstruiertes stellt. Energie als vermischte Erz\u00e4hlung, die durch Kultur, Natur, Gesellschaft, Wissenschaft, Sehns\u00fcchte, W\u00fcnsche und Vorstellungen erzeugt und bedingt wird. Im Projekt geht es weder um Wahrheitsfindung noch um konkrete Probleml\u00f6sungen von Energiefragen, sondern um Wissensgenerierung durch Erz\u00e4hlungen. \u201cTempor\u00e4re Pr\u00e4senzen \u2013 Freie Energien\u201d versucht, einen opaken Ort zu schaffen, der eine Repr\u00e4sen\u00adtation f\u00fcr das Unfertige, Denkbare oder nicht Beweisbare m\u00f6glich macht, in dem diese Geschichten neu gesprochen, weiter erz\u00e4hlt und immer neuzusammengef\u00fcgt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Shedhalle<\/p>\n<p>Rote Fabrik<\/p>\n<p>Seestrasse 395<\/p>\n<p>8038 Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Freitag, 7. Oktober 2011, 19 Uhr<\/p>\n<p><video autoplay=\"autoplay\" controls=\"controls\" width=\"640\" height=\"150\"><source src=\"https:\/\/tuchacek.net\/~alex\/temporaerepraesenzen-shed-mp3\/event.mp4\" type=\"video\/mp4\" \/>Your browser does not support the video tag.<\/video><\/p>\n<p><strong>gespr\u00e4che:<\/strong><\/p>\n<p>1 = Caller (Tel.-Nr. 1006)<\/p>\n<p>2 = Callee (Tel.-Nr. 10112)<\/p>\n<p>1 [Tut, Tut]<\/p>\n<p>Hey, und dann, jetzt?<\/p>\n<p>Hallo?<\/p>\n<p>Also ich h\u00f6r nichts.<\/p>\n<p>2 Jetzt geht es.<\/p>\n<p>1 Ah, jetzt geht es. [lachen]<\/p>\n<p>[unverst\u00e4ndlich]<\/p>\n<p>2 Dann k\u00f6nnen wir es auch abstellen.<\/p>\n<p>1 Muss es nicht aufgenommen werden?<\/p>\n<p>2 Wird es aufgenommen?<\/p>\n<p>1 Ich glaub, weil nachher spielts irgendwie ab.<\/p>\n<p>2 Ah ok. Dann geh ich mal\u2026<\/p>\n<p>1 Wie gehts jetzt weiter?<\/p>\n<p>[Pause]<\/p>\n<p>Ich glaub in der Ecke hat&#8217;s kein Wlan.<\/p>\n<p>2 Wie bitte?<\/p>\n<p>1 Vielleicht\u2026 Ah ja. Geht immer noch.<\/p>\n<p>2 Ja klar.<\/p>\n<p>1 Gut. Und?<\/p>\n<p>2 Jetzt geht es ja darum einer Frage nachzugehn. Ich habe sie aber nicht!<\/p>\n<p>1 Die Frage ist bei mir: War oder ist Elektrizit\u00e4t Leben?<\/p>\n<p>2 Ja, das ist eine fast nicht beantwortbare Frage, aber sie ist in der Hinsicht sehr spannend, weil im 18. Jahrhundert die fr\u00fche, die animalische Elektrizit\u00e4t oder die ersten Ph\u00e4nomene der Elektrizit\u00e4t wurden sehr stark mit Lebenden verbunden, sp\u00e4testens nachdem [Luici] Galvani diese Froschversuche gemacht hat, was zur gleichen Zeit war, als man den Blutkreislauf entdeckte, hatte man die Annahme, dass vielleicht das elektrische Fluidum, dieser damals elektrisch-statischen Entladung, die man quasi als Flicken oder Elektroschocks sp\u00fcren konnte, dass das vielleicht Elektrizit\u00e4t Leben sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>1 Ja man dachte ja, das sei wie\u2026 also der Ursprung\u2026 der Spirit, der Strom. Das war ja die Geschichte mit der Aura, die ja auch nur Strom ist, dachte man, das sei das Zeichen von Leben.<\/p>\n<p>2 Die Aura, das f\u00fchrt weiter. Das ist dann noch komplizierter. Auren oder Aurenfotografien kommen erst mit der Fotografie auf im 19. Jahrhundert. Aber die Idee, dass Elektrizit\u00e4t also quasi der Funke Leben stiftet oder \u00fcberhaupt in unseren K\u00f6rpern Elektrizit\u00e4t an sich, von dem man nicht wusste, was es ist, dieses seltsame Fluidum, dass es Leben ist. Das ist also nochmal ein ganzes Ende fr\u00fcher. Ich finde die Frage eigentlich deswegen spannend, weil man eigentlich nicht mehr im Sinne des 18. Jahrhunderts sagen w\u00fcrde, Elektrizit\u00e4t \u201aist\u2018 Leben. Auf der anderen Seite wird ja mit dem Defibrillator elektrisch wiederbelebt. Der Tod ist elektrisch definiert. Bis in die F\u00fcnfzigerjahre hinein war der Tod \u2026 war man tot, wenn das Herz nicht mehr schlug und man nicht mehr geatmet hat. Man hat fr\u00fcher den Leuten eine Feder vor den Mund gehalten und wenn es kein Gasaustausch gab, war man wohl tot. Seit der Berger und der Entdeckung quasi des Elektroenzephalogramm, also des EEG\u2019s, ist heute per Definition man dann tot, wenn keine Str\u00f6me mehr im Hirn nachgewiesen werden. In einer ganz neuen medizinischen Weise k\u00f6nnte man wieder sagen, wenn der Tod elektrisch definiert wird, dann muss das Dasein von elektrischen Str\u00f6men im Hirn also Leben repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>1 Der K\u00f6rper ist ja an sich eine Maschine, die aufgrund von Elektroimpulsen funktioniert. Das Hirn, die Nerven, die Muskeln, das funktioniert alles nach Elektro. Im Prinzip sind wir eine Maschine, die Futter in Elektro umwandelt.<\/p>\n<p>2 Ja. Von daher w\u00e4re es immer noch eine These, dass man sagen kann, was wir als Leben definieren, k\u00f6nnen wir elektrisch definieren. Obwohl die Versuche, dass man elektrisch nun Leben stiften kann, was wir auch bei Frankenstein finden, was eben auch auf Experimenten beruht, die These, die dazu gef\u00fchrt hat, dass Dr. Frankenstein sein Monster elektrisch wiederbelebt. Das sind letztendlich alles Versuche, die versuchen, die Galvan-Versuche auch am Leben durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>1 Ja ja, ich meine es ist ja so: Bei der Wiederbelebung ist es ja auch so, dass man diesem leblosen K\u00f6rper Elektrostr\u00f6me gibt, damit das Herz wieder anf\u00e4ngt zu schlagen.<\/p>\n<p>2 Ja das mein ich, das ist ja der Defibrillator. Da wird einen Elektroschock gegeben und dann f\u00e4ngt es wieder an. Von daher: Auf einem anderen Wege mag Elektrizit\u00e4t auch Leben sein. Damals war es noch universeller, man dachte wirklich, wenn das Blut die N\u00e4hrstoffe in den K\u00f6rper bringt, also der Saft des Lebens ist, dann ist das Leben an sich Elektrizit\u00e4t. Also philosophisch reicht es weiter.<\/p>\n<p>1 Jaja, das ist schon klar. Weil wir heute uns grunds\u00e4tzlich nie mit dieser Frage befassen, aber wenn wir das machen, kommen wir wahrscheinlich auch nicht viel weiter als dass dieser Strom, dieser Stromfluss, dieser Stromverbrauch der Grund ist, wieso wir leben, oder wieso dass unser K\u00f6rper funktioniert. Ohne Strom, ohne diesen Hirnstrom k\u00f6nnen wir ja gar nicht denken. Grunds\u00e4tzlich weiss man ja nicht richtig, ob der Strom an sich nur der Benzin vom Auto ist, oder doch mehr als nur das Benzin. Alles ist ja elektrisch. Es sind ja Ladungen, von Muskeln, Hirn, Nerven. Kann man sich fragen, was mehr lebt: diese biologische Materie oder eben der Strom.<\/p>\n<p>2 Ja, das ist eben daran die spannende Frage. Und an der Frage der Elektrizit\u00e4t zerbricht ja auch quasi die Suche nach einem eindeutigen Materialbegriff. Das heisst, eigentlich ist diese Frage immer noch unbeantwortbar und dadurch enorm spannend. Man w\u00fcrde heute sagen, dass das alles Dinge sind, die wir separieren k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen Hirnstr\u00f6me messen, wir k\u00f6nnen elektrisch stimulieren, wir k\u00f6nnen Zellen in Schwingungen versetzen, in ihnen arbeiten Ladungen. Aber die Fragestellung \u201eWas ist Leben?\u201c stellt sich heute in der Form gar keiner mehr.<\/p>\n<p>1 Eben, es ist nat\u00fcrlich eine Frage, die unsere Gesellschaft eh ausgeklammert hat. Komischerweise \u2013weil ja an sich\u2026 Fr\u00fcher war das ja eine zentrale Frage, aber sie hatten ihre Standardl\u00f6sung, das war die Religion. Heute haben wir diese Standardl\u00f6sungen nicht mehr. Aber diese Frage wird umso mehr ausgeklammert.<\/p>\n<p>2 Anscheinend ja.<\/p>\n<p>1 Ein seltsamer Prozess.<\/p>\n<p>2 Und damit bleibt die Frage vielleicht offen, ob Elektrizit\u00e4t Leben sein kann. Ich finde nur spannend, dass diese Frage heute eine ganz andere Bedeutung hat, weil wir ganz anders mit Elektrizit\u00e4t verbunden sind. Weil wir ja gerade zum Beispiel hier auch wireless kommunizieren. Die Nutzung dieser Ph\u00e4nomene \u2026 Wir sind ja mit viel mehr artifiziellen elektrischen Ph\u00e4nomenen umgeben. Wir leben in einem technisch gesehen viel elektrischem Zeitalter, als das, in dem man das erste Mal diese Ph\u00e4nomene untersucht hat.<\/p>\n<p>1 Ich meine\u2026 Wenn man Elektrizit\u00e4t als Basis hat.. Ok, Elektrizit\u00e4t ist ein Spannungsunterschied, dann ist das, was wir am CERN machen auch nichts anderes als elektrische Untersuchungen. Die Spannungsunterschiede sind extrem gering, aber an sich h\u00e4lt dort auch alles nur zusammen wegen diesen elektrischen Feldern, oder eben magnetischen Feldern. Die aber ja auch elektrisch sind.<\/p>\n<p>2 Ja, deswegen kann man sagen, dass sich die Fragestellung anhand der Elektrizit\u00e4t nur verschoben hat. Also ich w\u00fcrde es so zuspitzen dass man \u00fcber die Frage nach der Elektrizit\u00e4t sehr viel beantworten kann, was einerseits unsere Medienzeit erkl\u00e4rt, aber auf der anderen Seite auch vielleicht ein Bruch in der Philosophiegeschichte darstellt.<\/p>\n<p>1 Wahrscheinlich ist es auch so, wenn man diesen Bereich pl\u00f6tzlich mit Elektrizit\u00e4t umfasst und dann diese Spannungsunterschiede im K\u00f6rper und diese elektrische Strahlung, magnetische Strahlung vom K\u00f6rper mit den gleichen Termini bezeichnet, wie eben dann diese ganzen magnetischen und elektromagnetischen Wellen, die wir jetzt \u00fcberall produzieren mit Natel und Wi-Fi und so. Man hat pl\u00f6tzlich mit der Terminologie gemerkt, dass das etwas Gef\u00e4hrliches ist, wenn man im gleichen Feld Elektrizit\u00e4t an zwei so verschiedenen Sachen hat und dass das eigentlich \u2026 Was diese Strahlung macht auf einem K\u00f6rper, der grunds\u00e4tzlich ja mit Ladungsunterschieden funktioniert, das ist ja auch eine Frage, die \u00fcberhaupt nicht gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>2 Ok. \u2026. Hallo?<\/p>\n<p>1 Hallo?<\/p>\n<p>2 Ich hatte Sie grade nicht verstanden.<\/p>\n<p>1 Jaja.<\/p>\n<p>2. F\u00fcr einen winzigen Moment. Aber das liegt vielleicht auch an diesen Feldern, mit denen wir jetzt gerade kommunizieren.<\/p>\n<p>1 Genau. Also dieses Wi-Fi-Feld.<\/p>\n<p>2 Was f\u00fcr ein Feld?<\/p>\n<p>1 Ein Wi-Fi-Feld.<\/p>\n<p>2 Stimmt. Ich habe noch nie dar\u00fcber nachgedacht, das Wi-Fi als ein Feld zu bezeichnen.<\/p>\n<p>1 Es ist ja ein Feld.<\/p>\n<p>2 Ja.<\/p>\n<p>1 Also\u2026<\/p>\n<p>2 Ja, dann kommen wir jetzt auch nicht weiter in der Frage, die offen bleibt, ob Elektrizit\u00e4t Leben ist. Aber es scheint mit Leben eng verkn\u00fcpft zu sein.<\/p>\n<p>1 Ich find&#8217;s spannend rauszufinden, \u2026 wenn man den K\u00f6rper, den Mensch wirklich als elektrisches Feld anschaut, was das bedeuten w\u00fcrde, vor allem heute, wo wir unsere Umwelt vollstopfen mit elektrischen Felder.<\/p>\n<p>2 Ja, ja!<\/p>\n<p>1 \u2026 Auch unserem elektrischen Feld.<\/p>\n<p>2 Ja, das ist die Frage, was macht es, wo wir gerade mobile miteinander kommunizieren, mit uns?<\/p>\n<p>1 Genau.<\/p>\n<p>2 Glauben Sie, dass das Benutzen jetzt einer Wireless-Kommunikation, dass wir beide telefonieren, dass das Einfluss hat auf ihr Feld?<\/p>\n<p>1 Ja, sicher. Also beim Natel, beim Mobilfunktelefon ist ja klar, es gibt diese Erw\u00e4rmung, die untersucht wird. Die Frage ist nur, erstens: ist diese Erw\u00e4rmung sch\u00e4dlich und zweitens: ist es nur diese Erw\u00e4rmung? Die Erw\u00e4rmung der Hirnzone ist ja erwiesen.<\/p>\n<p>2 Ok.<\/p>\n<p>1 Das ist ja nicht die Frage, ob erw\u00e4rmt wird oder nicht. Die Frage ist, ob diese Erw\u00e4rmung anders ist als wie wenn ich an der Sonne stehe.<\/p>\n<p>2 Ok. Und wo ist es erwiesen?<\/p>\n<p>1 Ja, diese Untersuchungen \u00fcber die Sch\u00e4dlichkeit auf das Gehirn\u2026und das, was sie mit Mobilfunk gemacht haben. Da kann man ganz eindeutig sehen, wie gewisse Teile des Gehirns eine gewisse Erw\u00e4rmung erfahren. Das ist schon so. Also diese ganzen Untersuchungen laufen ja auf das hinaus.<\/p>\n<p>2 Aha\u2026<\/p>\n<p>1 Die Frage ist nur, ist das krebserregend\u2026<\/p>\n<p>2 (zu einem Besucher) \u00c4h entschuldigen Sie, ber\u00fchren Sie den Tisch nicht. Steht auch dran. Die Arbeit f\u00e4llt aus.<\/p>\n<p>1 [Unverst\u00e4ndlich] \u2026 kein Feld mehr.<\/p>\n<p>2 Es tut mir leid. K\u00f6nnen wir in diesem Moment abbrechen, ich muss kurz hier etwas machen. Ich muss hier eingreifen. Tut mir leid, aber wir setzen es gerne fort. Vielen Dank! Wiederh\u00f6ren!<\/p>\n<p>2 Ciao.<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>1 = Caller (Tel.-Nr. 1003)<\/p>\n<p>2 = Callee (Tel.-Nr. 10082)<\/p>\n<p>1 [Tut, Tut]<\/p>\n<p>2 Hallo?<\/p>\n<p>1 Ja?<\/p>\n<p>2 Hi?<\/p>\n<p>1 Ich h\u00e4tt gern eine Frage beantwortet, hallo.<\/p>\n<p>2 Hi! Bittesch\u00f6n!<\/p>\n<p>1 Muss ich sie stellen? Also: Welche Farbe hat die Elektrizit\u00e4t?<\/p>\n<p>2 Ja genau. Welche Farbe \u2013genau.<\/p>\n<p>1 Ja.<\/p>\n<p>2 [Unverst\u00e4ndlich] &#8230; die m\u00f6glichen Kandidaten? Was hast du dir vorgestellt?<\/p>\n<p>1 Frage gegen Frage? Nee&#8230; [Unverst\u00e4ndlich]<\/p>\n<p>2 Ja, doch. Ja gut, dann sag ich jetzt einfach: Gr\u00fcn. Zufrieden?<\/p>\n<p>1 N\u00f6!<\/p>\n<p>2 Ja eben, also, dann muss ich zur\u00fcckfragen: Warum nicht? Warum nicht zufriedenstellend? Ich habe die Frage genannt.<\/p>\n<p>1 \u00c4h. Weil ich nat\u00fcrlich intuitiv mit Elektrizit\u00e4t doch etwas anderes verbinde, und das ist nicht gr\u00fcn.<\/p>\n<p>2 Ok, gut. Sagen wir, du musst einen Film machen und in irgend einer Situation kommt Elektrizit\u00e4t vor. Und jetzt kannst du nicht einfach sagen, man sieht nichts, sondern du bist irgendwie darauf angewiesen die Elektrizit\u00e4t zu projizieren. Wie wirst du es darstellen, wenn es nicht sichtbar ist? Oder w\u00fcrde dir dann da nicht doch eine Farbe in den Sinn kommen?<\/p>\n<p>1 \u00c4h ne. Insoweit wie zum Beispiel auch die Sprache oder das Auditive sozusagen auch als Medium zu Verf\u00fcgung stehen beim Film, dann br\u00e4uchte ich eigentlich keine Farbe.<\/p>\n<p>2 Gut, all right.<\/p>\n<p>1 Jetzt w\u00fcrde ich aber gern die Frage andersum drehen: Was w\u00e4re, wenn du deine eigene Frage beantworten m\u00fcsstest?<\/p>\n<p>2 Naja, wie gesagt, ich w\u00fcrds gr\u00fcn machen&#8230; Oder blau.<\/p>\n<p>1 Oder [unverst\u00e4ndlich].<\/p>\n<p>2 Genau. Oder ich w\u00fcrds vor allen Dingen mit irgendwelchen Glasgef\u00e4ssen zusammenbringen. Du kannst ja einfach in den Hauptraum gehen zu Jan-Peter Sonntags Installation. Wenn du dir das Ding ankuckst, das mein ich, das ist f\u00fcr mich die Farbe.<\/p>\n<p>1 Ok. Da seh ich.. Da hab ich Weiss, Rot und Gr\u00fcn. Darf ich mir eine aussuchen?<\/p>\n<p>2 Ja-ha. Im Endeffekt schon. Ich mein, was soll ich hier sagen. Welche Farbe hat ein Elektron? Du hast recht, strenggenommen, aus der Physik heraus, macht das nat\u00fcrlich keinen Sinn. Was war die Frage; Elektron oder Elektrizit\u00e4t? Die Farbe der Elektrizit\u00e4t, richtig?<\/p>\n<p>1 Ja.<\/p>\n<p>2 Ja, streng genommen handelt es sich nicht um die Farbe der Elektrizit\u00e4t, sondern von Ph\u00e4nomen, die elektrisch erzeugt werden. Das zielt nat\u00fcrlich darauf ab zu zeigen, dass es nicht nur eine physikalische Frage ist, wo man einfach im Physikbuch nachschl\u00e4gt, sondern zu sagen, es gibt auch ein Set von Farben, die wir kulturell bedingt als Elektrizit\u00e4t assoziieren.<\/p>\n<p>1 Ne andere Frage: Kann ich die Farbe auch anders wahrnehmen als visuell?<\/p>\n<p>2 Als visuell? Mh-ja&#8230;<\/p>\n<p>1 Durch andere Organe?<\/p>\n<p>2 Naja, sagen wir mal so: Du hast gesagt, Energie hat keine Farbe. Das stimmt so nicht, ich mein, Licht ist eine Energieform, nat\u00fcrlich. Nicht das, was wir unter Elektrizit\u00e4t verstehen, aber gr\u00fcnes Licht ist eine Energie auf einer bestimmten Wellenl\u00e4nge und so weiter. Das ist eben das, was man im Physikunterricht eben durchnehmen w\u00fcrde. Man k\u00f6nnte jede Energie auch umwandeln, das heisst, man k\u00f6nnte gr\u00fcnes Licht auf bestimmte Sensoren schiessen die das elektrisch umwandeln und dann einen Sound ausstossen. Ich mein, wenn du dir diese Gem\u00fcse-Installation anguckst, da siehst du, dass man Elektrizit\u00e4t auch h\u00f6ren kann, zum Beispiel.<\/p>\n<p>1 Mhm.<\/p>\n<p>2 Letztendlich und wenn ich dich jetzt frage, was ist Elektrizit\u00e4t, wirst du sehen, dass es immer irgendwelche sekund\u00e4ren Ph\u00e4nomene sind. Entweder es ist eine Farbe oder es ist ein Sound \u2013 beides Ph\u00e4nomene, die die Wissenschaft nicht so toll findet, weil man kann sie nicht gut messen. Besser als ein Zeigerausschlag. Das w\u00e4re auch eine Farbe der Elektrizit\u00e4t. Und Elektrizit\u00e4t ist nichts anderes als ein B\u00fcndel von solchen sekund\u00e4ren Effekten. Elektrizit\u00e4t selber hat nat\u00fcrlich keine Farbe.<\/p>\n<p>1 Ja. Leuchtet mir ein.<\/p>\n<p>2 Aber irgendwie halt eben schon, wenn man es als etwas ansieht, was auch ein kulturelles Ph\u00e4nomen ist.<\/p>\n<p>1 Weil ich es auch gern annehmen w\u00fcrde. Wenn ich etwas nicht sehen kann, dann bin ich froh, wenn es eine Farbe hat und dass ich es so begreifen kann.<\/p>\n<p>2 Ja nat\u00fcrlich, klar. Wie gesagt: Man h\u00e4tte auch fragen k\u00f6nnen, wie schmeckt Elektrizit\u00e4t oder wie h\u00f6rt sie sich an. Das w\u00e4ren Fragen gewesen, die man sich genauso h\u00e4tte stellen k\u00f6nnen und die in eine \u00e4hnliche Richtung gegangen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>1 Genau.<\/p>\n<p>2 Und ich hab jetzt nach einer Farbe gefragt, weil es durchaus in der kulturellen Wahrnehmung etwas eng assoziiert ist, wenn man sich das historisch anguckt und mal anschaut; was waren so die Ger\u00e4te, die die Menschen fasziniert haben? Was waren die Effekte, die auch Leute an das Ph\u00e4nomen Elektrizit\u00e4t gebunden haben und sie dazu angeregt haben, zu forschen? Und dann waren das eben genau diese Glasger\u00e4te, die da bei Jan-Peter Sonntag stehen und die auch in einem Video von ihm vorkommen. Wie im Labor die einfach auch auch oft dazu gef\u00fchrt haben, dass Forscher gesagt haben, wow das interessiert mich, das untersuche ich. Wie jemand wie Helmholz, der schreibt seiner Mutter Ende des 19. Jahrhunderts einen Brief und sagt: Ich bin hier in einer Hexenk\u00fcche. Das sagt er seinen Physikkollegen nat\u00fcrlich so nicht, aber seiner Mutter schreibt er es. Da sieht man so ein bisschen: Es war dieses Farbspiele in den Gasentladungen, die die Forscher auch dazu bewegt haben, damit herumzuexperimentieren, Theorie zu entwickeln und letztendlich auch zu der Theorie dessen zu kommen, was die Grundlage des Begriffs der Elektrizit\u00e4t ausmacht, n\u00e4mlich das Elektron als kleinsten Teilchens des Stroms.<\/p>\n<p>1 Mhm.<\/p>\n<p>2 Und \u00e4hm, dieses Elektron ist genau so in einem Glasgef\u00e4ss, das leuchtet, geboren worden.<\/p>\n<p>1 Genau. Gut! Danke f\u00fcr die Beantwortung! Sch\u00f6nen Abend noch, ciao!<\/p>\n<p>2 Ciao, ebenso.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>temporaere praesenzen \u2013 Freie Energien 1 Oktober 2011 Shedhalle Z\u00fcrich, unter Strom dialogische Audio-Installation Call: +41 325114980 HTML5 audio not supported \u201cTempor\u00e4re Pr\u00e4senzen \u2013 Freie Energien\u201d ist ein diskursives dialogisches Format, das als partizipative Aktion zur Er\u00f6ffnung der Ausstellung \u201cUnter Strom. 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