Category Archives: Performance-Music

dividuum

Buchvernissage mit Gerald Raunig, mit performativen Lesungen und Interventionen von Niki Kubaczek, Isabell Lorey und Alexander Tuchaček.

Bitte nehmt einen Radioempfänger mit, wenn Ihr noch so einen besitzt! So unterstützt Ihr die Interventionen und könnt selber aktiv teilnehmen!

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Das zwölfte Kamel

lecture performance, herbst academy 2014, steirischer herbst

Das zwölfte Kamel ist gleichzeitig Text, Bild und Programm in einem. Das zwölfte Kamel steht für eine Denkfigur, die im Zwischenraum zwischen Zeichen, Code und Körperlichkeit changiert. Aus der Nähe liest man eine Abfolge von ASCII Zeichen, die Teil eines Computerprogramms sind. In grösserer Distanz jedoch werden diese Zeilen zu einem Bild, dem Bild eines Kamels. Dieses Kamel ist ein besonderes Tier; es ist ein Performance-Kamel. Das Kamel kann (als Computerprogramm) laufen und eine Geschichte erzählen. Die Geschichte handelt vom einem Erbkonflikt, der scheinbar unlösbar ist. Um das Erbe eines Scheichs auf seine Söhne aufzuteilen, wird ein zwölftes Kamel zum unverzichtbaren Objekt der Verteilungslogik und dennoch wird es nicht Teil jener Aufteilung und ist am Ende übrig. Beim Start des Programms wird der Ausführende zum Performer. Durch die Eingabetaste erzählt sich die Geschichte Wortweise.

Die Ascii Grafik führt sich selbst als Unix Shell Code aus. Dabei entschlüsselt sie sich (base64, gunzip) in einer Schleife (for-done) selbst und erzählt (echo) Wort für Wort (read) die Geschichte vom zwölftete Kamel, die ich Niklas Luhmann verdanke. (Die Rückgabe des Zwölften Kamels: Niklas Luhmann in der Diskussion über Gerechtigkeit).

osx version: copy to linux terminal and press „return“:

for camel in $(echo '
              H4sI        CK
            MhvE0AA     3RleHQu
            dHh0AG2S    MXLcMAxF
            e58CB9BoJs5MinSbIpM0         Kdyk
           5oqQiCwF7pCUFXU+hn09ny     Qf1GrdpK
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         kyBSm0Sozk1JOXZ/Hs2+WYcl2  UO3IUXZ7QydlTG
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dw     OHMyGkWF931XOW4UVIcHPkZrXtEgMtMmWcnKjp9
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       vr0  eN++        mbDnUgR/WFh2ZTsQ0Z
       RqC  2rL         7ejL8RfW2k   of
       6/t  8H3            gs8th
       aR    493           5ycA
        F     WA           +Hl
        Zd    OY7          w0+
        pNP    fII2       MAHk
        DKE     HdmF     r7Ut 
        Y4QlQ   4uN3l    56cN 
                         erYOGZ/8f14e
                            EfKSooKTsDAAA='\
|tr -d " "|base64 -D|gunzip);do read -sp "$camel " perform;done

linux version: copy to linux terminal:

for camel in $(echo '
              H4sI        CK
            MhvE0AA     3RleHQu
            dHh0AG2S    MXLcMAxF
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|tr -d " "|base64 -d|gunzip);do read -sp "$camel " perform;done

Kamel-osxWar das 12te Kamel nötig und wozu war es nötig? Wenn es zur Teilung nötig war, war es danach nicht mehr nötig? Muss das Kamel real geliefert und gefüttert werden und wie unterscheidet sich das 12te von den anderen elf Kamelen? Welche Bedeutung hat das “Erzählen” der Geschichte? Welche Folgen hat es, das diese Dinge, das „Kamelogramm“, das Kamelhafte, das Verhalten, die Codierung wohl kaum zurückgegeben werden können? Zielt der Wille Allahs darauf, den Code wieder in die Gesellschaft hineinzuarbeiten, genauso wie das Kamel wieder in seine Herde entlassen wird?

 

 

the revolution will not be televised

7. August 2012, Kunstmuseum Basel, Salon für Wort und Ton, Stadtmusik.fm
6. July 2011, Zürich Starkart live


You will not be able to stay home, brother.
You will not be able to plug in, turn on and drop out.
You will not be able to lose yourself on skag and skip,
Skip out for beer during commercials
Because the revolution will not be televised.

 

Die Performance widmet sich dem erst kürzlich verstorbenen Musiker und Poeten Gil Scott-Heron. Er gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Hip-Hop- und Rap-Musik. In seinen Texten bezieht er sich auf soziale und politische Themen. Das medien-und kapitalismuskritische Stück "The Revolution Will Not Be Televised" aus dem Jahre 1970 gilt als eines seiner Schlüsselwerke.

In der Performance wird dieses drei minütige Stück als Ausgangsmaterial für eine 35 min Performance verwenden. Das Musikstück wird in der Zeit mit Hilfe von Wiederholungen und Zeitstauchungen und Dehnungen live neu zusammengesetzt. Auf einer Videoprojektion werden die Wortbausteine des Textes sichtbar.

a love supreme

zürich kunstraum walcheturm 16 Dezember 2010
cairo, artellewa 14. September 2010
rote fabrik, dock18 16. July 2010

4 channel video/audio performance

A Love Supreme – John Coltrane; Audio-Video Aufführung (Alexander Tuchacek)

the performance deals with a piece from a john coltrane concert, played in 1965 in france at the jazz festival antibes. this is the only video document that is available from this period, it was recorded by the france television. the piece is called acknowledgement and was firstly published on the famous record “a love supreme”, where coltrane left behind the musical experinces with bebob and hard bob and was looking
for a new way of dealing with order, forms and rules of time and improvisation. it markes this short time before the following periode of freejazz. with this record, he experemented with indian and arabic music. this influences where leading to modal, spacious and spiritual sounds of improvisations,

in the performance, i will use a fragment of this live video recording that i found on youtube, i will live restage this concert-recording, by using a software written by me, to rearrange, reduce, decelerate and reorder time and structure in realtime, the performnce will last about 30 minutes,

John Coltrane — tenor and soprano saxophone Jimmy Garrison — double bass Elvin Jones — drums McCoy Tyner — piano