{reclaim the twelfth camel} < code of practice

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In {reclaim the twelfth camel} < code of practice steht ein Kamel als Denkfigur im Mittelpunkt, das sich mehrfach während einer Performance (und einer Ausstellung) verwandelt und transformiert. Verschiedene Sprech- und Handlungsweisen umrahmen den Ausgangspunkt: die Zeichendarstellung eines Kamels, das zugleich Text, Bild, Programm und Erzählung ist. Dieses Bild wird als Programm zur Aus-und Aufführung gebracht und erzählt dabei die Geschichte eines Verteilungskonflikts, der scheinbar gut gelöst wird für alle daran Beteiligte. Bei dieser scheinbar guten Lösung gerät aber das Verhältnis von Text und Aufführung aus den Fugen. Eine dritte Figur, das sich selbst aufführende Shellprogramm, das sich aus dem Kamelbild entschlüsselt, fordert seine Mitsprache ein.

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Im Laufe der Performance kehrt sich das Verhältnis von Schreiben und Geschrieben werden um. Der Performer verwandelt sich währenddessen in eine hybride Figur, angezogen mit einem Salwar Kameez und einer Kamelmaske. Zum Ende tanzt die verwandelte Figur mit verlangsamten Bewegungen und steuert so das Abspielen von Tönen auf neue Weise. {reclaim the twelfth camel} < code of practice beschäftigt sich mit Fragen von Sprache und Mitsprache, die uns in der digital-maschinisch-algorithmischen Wirklichkeit mehr und mehr abhanden zu kommen scheinen. Es geht dabei um die neue Rolle eines komplexen Sprechens, das die gegenwärtige Trivialisierung und Simplifizierung neu herausfordert. Die Figur des zwölften Kamels steht für diese vielfältigen hybriden Formen des Sprechens und der Kollaboration von Mensch, Bot und Script.

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